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Einfalt oder Vielfalt Print E-mail

Einige Gedanken zur Entwicklung Afrikas und der afrikanischen Diaspora - ein Kommentar von Veye Tatah

Angesichts der verschiedenen Faktoren, die die Entwicklung eines Landes positiv oder negativ beeinflussen, spielt Kultur eine wichtige Rolle. Finanzmittel, Ideen und Arbeitsfleiß sind weitere wesentliche Faktoren, die vorhanden sein müssen. Nehmen wir an, alle diese Faktoren sind vorhanden. Dann fehlt nur noch der Mensch, der mit diesen Faktoren arbeiten sollte, um Entwicklungsprojekte umzusetzen. Wie wir wissen, wird der Mensch von seinem kulturellen Hintergrund, seiner dadurch geprägten Denkweise sowie seinem Glauben gesteuert.

In Gesellschaften, die traditionell eher monokulturell ausgerichtet sind, scheint es auf den ersten Blick leichter, gemeinsame Ziele zum Wohl der Allgemeinheit zu verfolgen. Im Gegensatz dazu stellen polykulturelle Gesellschaften diesbezüglich eine Herausforderung dar. Die meisten afrikanischen Länder südlich der Sahara sind polykulturell. Viele haben es bis heute kaum geschafft, Strategien zum Lösen der dadurch entstandenen Probleme zu entwickeln, und wir möchten die Frage diskutieren, ob darin ein Zusammenhang besteht.

Last Updated ( Wednesday, 21 July 2010 08:19 )
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Afrika - Aufbruch im Widerstand Print E-mail

50 Jahre nach dem Afrikanischen Jahr -Ein Bild dieser nachkolonialen Periode und afrikanische Visionen im 21. Jahrhundert

Die aktuelle Sicht auf Afrika führt uns in die Periode: „50 Jahre Unabhängigkeit“, und mit dem afrikanischen Jahr 1960 präsentiert sich auf dem immer
wieder so bezeichneten „Schwarzen Kontinent“ eine umfassende Struktur von 53 Staaten.

Im Jahr 1960 haben 17 französische und britische Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangt. Bereits etwas früher sind Ghana (1957), Guinea (1958) und der Sudan (1956) unabhängig geworden. Hervorheben möchte ich dabei Ghana, weil unter Führung von Kwame Nkrumah, dem Staatsbegründer als Fackelträger Schwarzafrikas, der schwarze Stern in Westafrika unter einer progressiven Grundidee für Afrika aufleuchtete. Es war Nkrumahs Vision vom Panafrikanismus. Er engagierte sich an der Seite der neuen Führer der Dritten Welt wie Nehru, Nasser und später Sekou Tourè, Kenyatta und Nyerere für einen Einheitsgedanken der befreiten Staaten Afrikas.

Jedoch nach wenigen Jahren zerfiel dieser Traum, bedingt durch die realen Machtverhältnisse des hierarchisch strukturierten internationalen Systems. Nkrumah überforderte sein Land und dessen Eliten und scheiterte (1966 durch einen Militärputsch). Damit soll aber gesagt sein, dass die panafrikanische Idee und Integration weiter getragen bis zur Bildung der AU (Afrikanische Union) wurde, einer den gesamten afrikanischen Kontinent umfassenden Institution, d.h. einer Organisation der 53 unabhängigen afrikanischen Staaten.

In den Analysen über die 50jährige neue Geschichte Afrikas werden die Bemühungen der AU und die Wirksamkeit der geschaffenen NEPAD-Initiative kritisch betrachtet. Wie schwer sich die Staaten in der Umsetzung von progressiv wirkenden Integrationen, von Reformen tun, besonders im ökonomischen Bereich, zeigen uns die schwachen Entwicklungen zur Eigenständigkeit der meisten afrikanischen Länder. Sie leiden unter dem Führungsstil despotischer Politiker und Eliten.

Im Vergleich der einzelnen Länder ist die Demokratieentwicklung in den letzten 20 Jahren ganz unterschiedlich verlaufen. Auch bestehende regionale Wirtschaftsgemeinschaften wie SADC oder ECOWAS haben das längst nicht im Griff und scheitern auch an den Fähigkeiten ihres Personals. Bedauerlicherweise konnten diese Institutionen des Kontinents bisher nicht ausreichend eine erkennbarere Wirkung für einen progressiven Kurs unter Beweis stellen! Die schwachen Positionen der einzelnen Länder erfordern mehr denn je eine engere Zusammenarbeit im politischen wie im wirtschaftlichen Bereich, um gerade die kolonialen Erblasten zu bewältigen und die reichen natürlichen Ressourcen und Infrastrukturen
auch gemeinsam zu nutzen.

Die Chancen und Verantwortung

 Gehen wir zurück auf den Ausgangspunkt,die Berliner Konferenz (15.11.1884 bis 20.2.1885). In Giga Focus Afrika 12/2008 heißt es: In Afrika selbst ist bis heute die Ansicht weit verbreitet, dass die Berliner Konferenz das „freie Afrika“ zugunsten eines kolonialen Systems zerstört habe, durch künstliche Grenzen und komplette und brutale Unterdrückung. Davon habe sich der Kontinent bis heute nicht erholt. Zitieren wir hierzu Mrs. Wangari Maathai, Umweltaktivistin aus Kenya (Green Belt Movement) aus ihrem Buch „Die Herausforderung für Afrika“. Tatsache ist, dass der Horror des Kolonialismus nicht vergessen sei. Die Afrikaner müssen die Verantwortung für das Auf und Ab ihrer jeweiligen Länder übernehmen. Es geht um die afrikanische Selbstreflektion. Sie sagt auch, eindeutiges Hindernis im Fortschritt Afrikas seit Ende des kolonialen Ära sind die Defizite in der politischen Führung,
deren Wirkung überwiegend zu Misswirtschaft der Regierungen geführt hat. Eine interessante Aussage von Julius Nyerere: „Es gibt eine Zeit des Pflanzens und es gibt eine Zeit der Ernte! Ich fürchte, die Afrikaner haben nicht begriffen, dass sie noch nicht ernten können, weil die Zeit des Pflanzens
noch nicht vorbei ist!“ Und sie ist heute noch aktuell. Der Weg in eine demokratische und wirtschaftliche selbstständige Zukunft für Afrika führt nur über die Besinnung auf die eigenen Kräfte und kulturellen Ressourcen, die im Dschungel der Widersprüche jedes Landes wachsen.

Leider ist das Krisenpotential in den 5o Jahren erheblich gewachsen und hat zu unheimlich schädlichen Auswirkungen auf dem gesamten Kontinent geführt. Das störte die erwarteten Entwicklungsprozesse afrikanischer Länder erheblich.


Nach der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten sind dirigistische Wirtschaftssysteme unter Führungsstrukturen entstanden, durch die diese Krisenherde nicht wirksam bekämpft bzw. verhindert wurden. Man spricht von der selbst zerstörerischen Machtversessenheit seiner Politiker und Herrscher (wie Banda, Mugabe, Mobuto, Moi Baschir). Weder progressiv agierende Eliten, noch die oppositionelle Masse der Zivilgesellschaft
haben Veränderungen vollbringen können; es gab zu viele Verluste für sie. Ich lasse dazu R. Neudeck aus seinem neuesten Buch „Die Kraft Afrikas“ sprechen: "Die Unabhängigkeit war eine Chance, die afrikanische Staaten erhielten und die sie schlecht genutzt haben. Die Afrikaner haben
sich um ihre Identität nicht ausreichend bemüht, sie haben die falschen Führer zu ihren Sprechern gemacht“.

Ganz eindeutig ist, dass die Herrscher, die Eliten die Erwartungen ihrer Völker nicht erfüllten und dem Humankapital keine Chance boten, um die zivilgesellschaftlichen Kräfte wirksam in die gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse einzubeziehen.

 

 Autor: Gerd Eckert (Dipl. oec.)

 Den vollständigen Artikel finden Sie im Africa Positive Magazin Nr. 38/2010

 

 

Last Updated ( Wednesday, 14 July 2010 14:35 )
 
Juli 2010: Das neue Africa Positive Magazin (Nr. 38) ist erschienen Print E-mail

Africa  Positive Nr. 38

Die neue Ausgabe des Afrika-Positive-Magazins (Nr. 38/12. Jahrgang) ist erschienen und ist ab Mitte Juli in vielen deutschen Bahnhofsbuchhandlungen und im Abo erhältlich. Das Länderthema beschäftigt sich mit der Republik Sambia und gibt einen Überblick auf aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie Geschichte und Kultur dieser Nation im südlichen Afrika. 

  • Außerdem wird dem Phänomen Vuvuzlea kulturhistorisch nachgegangen - Andreas Wellmann erzählt die Geschichte der Vuvuzela, von den Ursrprüngen bis zu den modernen Ausfromungen der Vuvuzela, die den Sound der diesjährigen Weltmeisterschaft in Südafrika bestimmt hat.
  • Zum Thema 50 Jahre Unabhängigkeit schreibt Gerd Eckert über "Afrika - Aufbruch im Widerstand" [Leseprobe]
  • In der Rubrik Gesellschaft berichten wir über den aus Kamerun stammenden multitalentierten Manager Fred-Eric Essam, der neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der IBM sich für soziale Projekte, insbesondere im Bereich der Bildung, engagiert.
  • Rupert Neudeck schreibt über "Deutschland und Burkina Faso" und macht sich u.a. Gedanken über die Hintergründe und Perspektiven des Opernhaus-Projektes von Christoph Schlingensief und Francis Kéré.
  • Im Artikel "Fluch über Ham" schreibt Steve Kommogne in dem vierten Teil seiner Folge über den "SklavInnenhandel und die Entstehung des Rassismus".
Last Updated ( Wednesday, 14 July 2010 14:39 )
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Soeben erschienen: AFRICA POSITIVE Ausgabe 37 Print E-mail

 

Jetzt erhältlich – mit dem Schwerpunktland Guinea - in den Bahnhofsbuchhandlungen und im Abonnement - die aktuelle Ausgabe von AFRICA POSITIVE (Nr. 37 - April 2010 / Juli 2010).

 

Aus dem Inhalt:

·        Titelstory: Zap Mama - Björk des Südens

·         Das Thema: Guinea -ein Land im Aufbruch

·         Gesellschaft:  Interview mit Gemeinderätin Marie-Edwige Hartig aus

      Linz

·         Integration :  Senator Wersich, Hamburg, im Interview mit Vertretern

      der afrikanischen Diaspora

·        Kultur : Das 1.  Afro-Ruhr-Festival

 ·        Sport:  Die Fußball-WM 2010 kann kommen!

 

Last Updated ( Sunday, 02 May 2010 15:23 )
 
Soeben erschienen: AFRICA POSITIVE Ausgabe 36 Print E-mail

Jetzt erhältlich – mit dem Schwerpunktland DR Kongo - in den Bahnhofsbuchhandlungen und im Abonnement - die aktuelle Ausgabe von AFRICA POSITIVE (Nr. 36 - Januar 2010 / März 2010).

Aus dem Inhalt:

·        Titelstory:  Interview mit Dr. Sylvie Nantcha

·         Das Thema: Demokratische Republik Kongo

·         Gesellschaft:  Amma Darko – die Stimme der ghanaischen Frauen

·         Gesellschaft: Wie weiß ist Günter Wallraff?

 ·        Sport:  Die Junioren machen es vor

 

Last Updated ( Thursday, 04 February 2010 15:46 )
 
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