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Djibouti – „Kleine Brücke zum Frieden“

Eindrücke aus einem Gespräch mit dem Generalkonsul für Djibouti und seiner Ehefrau in Berlin

Von Barbara Schumacher

Wie Somalia und die Komoren, die – wie Djibouti - zur Liga der Arabischen Staaten gehören, hat auch Djibouti keine Botschaft in Deutschland. Es gibt einen Generalkonsul: Yassin Ali Bock. Er wohnt mit Frau und Kindern in Berlin und er ist gern gesehener Gast bei Veranstaltungen arabischer und afrikanischer Botschaften. „Sehr gute Erinnerungen habe ich an die Feier unseres 30. Unabhängigkeitstags, der am 27. Juni 2007 stattfand – in den Räumen der Deutsch-Arabischen Gesellschaft in Berlin“, meint er. Das Gespräch dreht sich zunächst um die Einrichtung einer Deutschen Botschaft in Djibouti. Es gibt sie erst seit einigen Monaten (allerdings „in vorläufiger Form“ ohne den üblichen Service und ohne Website und man sucht noch nach einem geeigneten Domizil) und das, obwohl sich Djibouti im Fadenkreuz der Mächte befindet, an strategisch wichtiger Stelle, an der die Interessen der Großmächte aufeinander prallen. Land und Leute sind zwar französisch geprägt, spürten italienischen und britischen Einfluss, aber die Menschen im Land haben deutsche Sehnsüchte. „Den Unabhängigkeitstag 27. Juni 1977 habe ich selbst erlebt. Das Land hatte eine 120-jährige Kolonialgeschichte hinter sich“, so Yassin Ali Bock.

 Das vollständige Interview lesen Sie bitte in der Printversion der Africa Positive-Ausgabe Nr. 40

 

 

 
Integration braucht praktische Handlungen und keinen Populismus

Erfolgreiche Integration hängt nicht von der Beherrschung der deutsche Sprache allein ab, sondern auch von der Offenheit und Bereitschaft der Mehrheitsgesellschaft, den Migranten eine faire Chance im Alltag zu geben.

 

Es leben mittlerweile schätzungsweise 16 Millionen „Menschen mit Migrationshintergrund“ in Deutschland – hat übrigens schon einmal jemand diese Leute gefragt, ob sie sich selbst so sehen? Bezeichnen sie sich etwa selbst so? Oder ist auch das wieder so eine politisch korrekte „typisch deutsche“ Angewohnheit? Aber in der Gesellschaft sind die meisten Menschen, die man vor nicht allzu langer Zeit schlicht „Ausländer“ genannt hat, trotz guter Ausbildung und freundlichem Charakter nicht sehr sichtbar. Warum?

Integration ist einfach keine Einbahnstraße, so wie sie bisher in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Wenn man in Deutschland von Integration redet, schiebt man alle Schuld für das Scheitern der Integration auf die Migranten. Das ist meiner Meinung nach in dieser Form zu einfach gedacht und falsch.

Die Mehrheit der Gesellschaft hat genauso viel zur erfolgreichen Integration beizutragen wie die Migranten. Jeder Politiker verlangt von den Einwanderern, Deutsch zu lernen, um sich in Deutschland gut zu integrieren. Das hat ja auch rein praktische Gründe, die heutzutage niemand mehr ernsthaft in Zweifel ziehen kann. Doch wurden mir bisher von Seiten der Politik keine Maßnahmenkataloge bekannt, durch die unsere deutschen Mitbürger direkt zur Unterstützung des Integrationsprozesses aufgefordert würden.

Last Updated ( Tuesday, 01 February 2011 09:52 )
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Pragmatisch und zielstrebig: Die Ostafrikanische Gemeinschaft

 Ein aktuelles Interview mit Palamagamba John Kabudi von Ulrike Wanitzek und Christian Wißler

Herr Professor Kabudi, am 1. Juli 2010 ist das Protokoll zur Einrichtung eines Gemeinsamen Marktes der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) in Kraft getreten. Wie beurteilen Sie die bisherigen Fortschritte auf dem Weg zu einer engeren Zusammenarbeit? Sehen Sie eine Chance, dass sich die Mitgliedsstaaten in den nächsten fünf Jahren auf gemeinsame politische Institutionen und auch auf eine Währungsunion verständigen werden?
Last Updated ( Wednesday, 09 March 2011 14:34 )
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Einfalt oder Vielfalt

Einige Gedanken zur Entwicklung Afrikas und der afrikanischen Diaspora - ein Kommentar von Veye Tatah

Angesichts der verschiedenen Faktoren, die die Entwicklung eines Landes positiv oder negativ beeinflussen, spielt Kultur eine wichtige Rolle. Finanzmittel, Ideen und Arbeitsfleiß sind weitere wesentliche Faktoren, die vorhanden sein müssen. Nehmen wir an, alle diese Faktoren sind vorhanden. Dann fehlt nur noch der Mensch, der mit diesen Faktoren arbeiten sollte, um Entwicklungsprojekte umzusetzen. Wie wir wissen, wird der Mensch von seinem kulturellen Hintergrund, seiner dadurch geprägten Denkweise sowie seinem Glauben gesteuert.

In Gesellschaften, die traditionell eher monokulturell ausgerichtet sind, scheint es auf den ersten Blick leichter, gemeinsame Ziele zum Wohl der Allgemeinheit zu verfolgen. Im Gegensatz dazu stellen polykulturelle Gesellschaften diesbezüglich eine Herausforderung dar. Die meisten afrikanischen Länder südlich der Sahara sind polykulturell. Viele haben es bis heute kaum geschafft, Strategien zum Lösen der dadurch entstandenen Probleme zu entwickeln, und wir möchten die Frage diskutieren, ob darin ein Zusammenhang besteht.

Last Updated ( Wednesday, 21 July 2010 08:19 )
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Afrika - Aufbruch im Widerstand

50 Jahre nach dem Afrikanischen Jahr -Ein Bild dieser nachkolonialen Periode und afrikanische Visionen im 21. Jahrhundert

Die aktuelle Sicht auf Afrika führt uns in die Periode: „50 Jahre Unabhängigkeit“, und mit dem afrikanischen Jahr 1960 präsentiert sich auf dem immer
wieder so bezeichneten „Schwarzen Kontinent“ eine umfassende Struktur von 53 Staaten.

Im Jahr 1960 haben 17 französische und britische Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangt. Bereits etwas früher sind Ghana (1957), Guinea (1958) und der Sudan (1956) unabhängig geworden. Hervorheben möchte ich dabei Ghana, weil unter Führung von Kwame Nkrumah, dem Staatsbegründer als Fackelträger Schwarzafrikas, der schwarze Stern in Westafrika unter einer progressiven Grundidee für Afrika aufleuchtete. Es war Nkrumahs Vision vom Panafrikanismus. Er engagierte sich an der Seite der neuen Führer der Dritten Welt wie Nehru, Nasser und später Sekou Tourè, Kenyatta und Nyerere für einen Einheitsgedanken der befreiten Staaten Afrikas.

Jedoch nach wenigen Jahren zerfiel dieser Traum, bedingt durch die realen Machtverhältnisse des hierarchisch strukturierten internationalen Systems. Nkrumah überforderte sein Land und dessen Eliten und scheiterte (1966 durch einen Militärputsch). Damit soll aber gesagt sein, dass die panafrikanische Idee und Integration weiter getragen bis zur Bildung der AU (Afrikanische Union) wurde, einer den gesamten afrikanischen Kontinent umfassenden Institution, d.h. einer Organisation der 53 unabhängigen afrikanischen Staaten.

In den Analysen über die 50jährige neue Geschichte Afrikas werden die Bemühungen der AU und die Wirksamkeit der geschaffenen NEPAD-Initiative kritisch betrachtet. Wie schwer sich die Staaten in der Umsetzung von progressiv wirkenden Integrationen, von Reformen tun, besonders im ökonomischen Bereich, zeigen uns die schwachen Entwicklungen zur Eigenständigkeit der meisten afrikanischen Länder. Sie leiden unter dem Führungsstil despotischer Politiker und Eliten.

Im Vergleich der einzelnen Länder ist die Demokratieentwicklung in den letzten 20 Jahren ganz unterschiedlich verlaufen. Auch bestehende regionale Wirtschaftsgemeinschaften wie SADC oder ECOWAS haben das längst nicht im Griff und scheitern auch an den Fähigkeiten ihres Personals. Bedauerlicherweise konnten diese Institutionen des Kontinents bisher nicht ausreichend eine erkennbarere Wirkung für einen progressiven Kurs unter Beweis stellen! Die schwachen Positionen der einzelnen Länder erfordern mehr denn je eine engere Zusammenarbeit im politischen wie im wirtschaftlichen Bereich, um gerade die kolonialen Erblasten zu bewältigen und die reichen natürlichen Ressourcen und Infrastrukturen
auch gemeinsam zu nutzen.

Die Chancen und Verantwortung

 Gehen wir zurück auf den Ausgangspunkt,die Berliner Konferenz (15.11.1884 bis 20.2.1885). In Giga Focus Afrika 12/2008 heißt es: In Afrika selbst ist bis heute die Ansicht weit verbreitet, dass die Berliner Konferenz das „freie Afrika“ zugunsten eines kolonialen Systems zerstört habe, durch künstliche Grenzen und komplette und brutale Unterdrückung. Davon habe sich der Kontinent bis heute nicht erholt. Zitieren wir hierzu Mrs. Wangari Maathai, Umweltaktivistin aus Kenya (Green Belt Movement) aus ihrem Buch „Die Herausforderung für Afrika“. Tatsache ist, dass der Horror des Kolonialismus nicht vergessen sei. Die Afrikaner müssen die Verantwortung für das Auf und Ab ihrer jeweiligen Länder übernehmen. Es geht um die afrikanische Selbstreflektion. Sie sagt auch, eindeutiges Hindernis im Fortschritt Afrikas seit Ende des kolonialen Ära sind die Defizite in der politischen Führung,
deren Wirkung überwiegend zu Misswirtschaft der Regierungen geführt hat. Eine interessante Aussage von Julius Nyerere: „Es gibt eine Zeit des Pflanzens und es gibt eine Zeit der Ernte! Ich fürchte, die Afrikaner haben nicht begriffen, dass sie noch nicht ernten können, weil die Zeit des Pflanzens
noch nicht vorbei ist!“ Und sie ist heute noch aktuell. Der Weg in eine demokratische und wirtschaftliche selbstständige Zukunft für Afrika führt nur über die Besinnung auf die eigenen Kräfte und kulturellen Ressourcen, die im Dschungel der Widersprüche jedes Landes wachsen.

Leider ist das Krisenpotential in den 5o Jahren erheblich gewachsen und hat zu unheimlich schädlichen Auswirkungen auf dem gesamten Kontinent geführt. Das störte die erwarteten Entwicklungsprozesse afrikanischer Länder erheblich.


Nach der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten sind dirigistische Wirtschaftssysteme unter Führungsstrukturen entstanden, durch die diese Krisenherde nicht wirksam bekämpft bzw. verhindert wurden. Man spricht von der selbst zerstörerischen Machtversessenheit seiner Politiker und Herrscher (wie Banda, Mugabe, Mobuto, Moi Baschir). Weder progressiv agierende Eliten, noch die oppositionelle Masse der Zivilgesellschaft
haben Veränderungen vollbringen können; es gab zu viele Verluste für sie. Ich lasse dazu R. Neudeck aus seinem neuesten Buch „Die Kraft Afrikas“ sprechen: "Die Unabhängigkeit war eine Chance, die afrikanische Staaten erhielten und die sie schlecht genutzt haben. Die Afrikaner haben
sich um ihre Identität nicht ausreichend bemüht, sie haben die falschen Führer zu ihren Sprechern gemacht“.

Ganz eindeutig ist, dass die Herrscher, die Eliten die Erwartungen ihrer Völker nicht erfüllten und dem Humankapital keine Chance boten, um die zivilgesellschaftlichen Kräfte wirksam in die gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse einzubeziehen.

 

 Autor: Gerd Eckert (Dipl. oec.)

 Den vollständigen Artikel finden Sie im Africa Positive Magazin Nr. 38/2010

 

 

Last Updated ( Wednesday, 14 July 2010 14:35 )
 
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