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Rücküberweisungen der Migranten

In den letzten Jahren haben die Rücküberweisungen vor allem eins geleistet: Sie haben zu einer neuen Wahrnehmung der Migranten beigetragen. Das herrschende Bild des armen, schutzbedürftigen Asylbewerbers ist, zumindest in entwicklungspolitischen Milieus, erschüttert worden. Dass Migranten Geld und viel Geld überweisen, (und für einige Länder sogar mehr als Entwicklungshilfezahlungen und ausländische Direktinvestitionen zusammen,) führt dazu, dass Migranten nicht mehr nur als Belastung für die sozialen Kassen wahrzunehmen sind. Sie tragen zur Wirtschaft ihrer Aufnahmeländer bei, und mit einem Teil ihres Entgelts unterstützen sie ihre Familien, Freunde und Gemeinschaften.


Dies aber ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Der andere Teil der Wirklichkeit ist doch, dass die Rücküberweisungen der Migranten eine Verschleierungsfunktion übernehmen, und dies in vielerlei Hinsicht.
1)    Die von den Migranten mobilisierten Summen sind signifikant, aber sie sind auch trügerisch. Sie täuschen darüber hinweg, dass viele der Migranten in westlichen Ländern eine Abwertung ihrer Qualifikationen erfahren und dass ihre politische und gesellschaftliche Teilnahme in den Aufnahmegesellschaften nicht so sind, wie die Rücküberweisungen auf dem ersten Blick vermuten lassen.

2)    Die Rücküberweisungen der afrikanischen Migranten sind nichts im Vergleich zu den Summen, die von Afrika nach Europa und Amerika fließen. Im Gegenteil, sie würden wie Peanuts erscheinen, würde man sie den Gewinnen der in Afrika etablierten transnationalen Konzernen in absoluten Zahlen und den Löhnen der in Afrika arbeitenden „Experten“ aus Industrieländern in verschiedensten Bereichen proportional gegenüber stellen. Die aus Europa oder Amerika stammenden Arbeitskräfte gelten in Afrika fast immer als „Experten“ und dementsprechend werden sie in hohen Tarifsstufen angesiedelt, während viele aus Afrika stammenden Menschen als „Asylbewerber“ gelten und eine Abwertung ihrer Qualifikationen erleben. Ausnahmen stellen selbstverständlich Arbeitsbereiche wie Medizin dar.

Autor: Dr. Boniface Mabanza

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Last Updated ( Thursday, 21 April 2011 10:31 )
 
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