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Burkina Faso

Das „Land der aufrichtigen Menschen“, ein kleiner Staat in Westafrika, der im Süden an die weitaus bekanntere Elfenbeinküste und im Norden an die Ausläufer der Sahara grenzt, ist ein Land voller Gegensätze und Widersprüche, Zerrissenheit und Gemeinschaft, Religion und Aberglaube, Stillstand und Fortschritt.

Zerrissenheit und Gemeinschaft
In Burkina Faso leben 13,9 Millionen Einwohner, Burkiner (Burkinabè im Französischen) genannt, auf einer Fläche von 274.000 km². Das entspricht der Größe der Bundesrepublik Deutschland ohne den Freistaat Bayern. Die meisten Burkiner, knapp 50 Prozent, gehören der ethnischen Gruppe der Mossi an, die vor allem um die Hauptstadt Ouagadougou zu finden sind. Die restlichen knapp sieben Millionen Burkiner verteilen sich auf weitere geschätzte 60 Ethnien. Die größten von ihnen sind neben den Mossi die Dioula im Süden und um die zweitgrößte Stadt Bobo-Dioulasso herum, die Peulh im Norden sowie die Gourmantché im Osten des Landes.

In Burkina spielt die ethnische Herkunft eine ganz bedeutende Rolle. Schon am Familiennamen, der stets zuerst genannt wird, lässt sich für Burkiner sofort die Herkunft des Anderen erkennen. Lernt man in Deutschland einen Müller, Meier oder Schulze kennen, kann man rein aufgrund seines Familiennamens nicht sofort sagen, ob er nun aus Norddeutschland, Hessen oder Thüringen kommt. In Burkina Faso ist das anders. Findet man in Zentral-Burkina, also rund um Ouagadougou, Unmengen an Ouédraogos oder Sawadogos, so trifft man im Süden eher auf Traorés und Diarras.
Ähnlich ist es mit der Sprache. Zwar hat auch in Deutschland jedes Bundesland seinen eigenen Dialekt, bis auf wenige Ausnahmen versteht man aber die Dialekte der Anderen, weil sie immer vom Deutschen abgeleitet werden. In Burkina Faso hat jede Ethnie hingegen auch ihre ganz eigene Sprache.
Die offizielle Amtssprache in Burkina ist Französisch. Denkt man nun aber als einreisender „Nassara“ (Mooré) bzw. „Toubabou“ (Dioula), was Beides übersetzt „Weißer“ heißt, dass man nur allein mit Französisch problemlos klar kommt, stimmt das nur bedingt. Zwar spricht mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung, zumindest in den Städten, Französisch - im Alltag wird allerdings bevorzugt Mooré, Dioula, Foul, Gourmantché oder eine der anderen Sprachen gesprochen.
Ein Beispiel: Im Winter jeden Jahres feiert die muslimische Gemeinde in Burkina Faso Tabaski, das auch „Fete du Mouton“ (Fest des Schafes), genannt wird. Letztes Jahr wurde ich eingeladen mitzufeiern. Meine Freunde, überwiegend Christen, und ich verbrachten also den ganzen Tag damit, muslimische Nachbarn, Bekannte und Freunde zu besuchen. Jedem Besuch folgte ein ausgiebiges Essen. Wer es sich leisten konnte, servierte Lammfleisch, die Anderen boten Salat und Reis. Eine Essenseinladung auszuschlagen, war unmöglich, egal, wie viel man an diesem Tag schon gegessen hatte.

Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in der Printausgabe von AFRICA POSITIVE Nr. 34

Last Updated ( Friday, 24 July 2009 10:25 )
 
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